Was ist ein Lagebild?
Ein Lagebild der IT-Sicherheit ist eine strukturierte und aktuelle Darstellung der Bedrohungs- und Risikolage im Bereich IT-Sicherheit. Es fasst relevante Informationen zu Schwachstellen, Angriffen, Vorfällen und Risiken zusammen. Dabei werden sowohl interne als auch externe Quellen berücksichtigt und bewertet. Ziel ist es, einen klaren Überblick über die Sicherheitslage zu geben und daraus Handlungsbedarfe abzuleiten.
Warum braucht es ein Lagebild?
Ein Lagebild ist notwendig, um Gefahren frühzeitig zu erkennen und Risiken gezielt zu bewerten. Es hilft dabei, Sicherheitsmaßnahmen zu priorisieren und bietet Entscheidungsträgern eine fundierte Basis für sicherheitsrelevante Entscheidungen. Zudem erfüllen Organisationen damit oft gesetzliche oder regulatorische Anforderungen, wie sie z.B. für KRITIS-Betreiber gelten. Im Krisenfall unterstützt es ein schnelles und koordiniertes Handeln.
Wer braucht ein Lagebild?
Ein Lagebild benötigen Unternehmen und Behörden, um ihre IT-Sicherheitslage kontinuierlich zu überwachen und Risiken zu managen. Besonders wichtig ist es für KRITIS-Betreiber, da sie gesetzlich verpflichtet sind, ihre Sicherheitslage regelmäßig zu dokumentieren und zu bewerten. Auch Führungskräfte, CIOs, CISOs sowie IT-Sicherheits- und Incident-Response-Teams nutzen es als Entscheidungs- und Arbeitsgrundlage. Darüber hinaus verlangen oft auch Aufsichtsbehörden, Versicherungen oder Auditoren Einblicke in solche Lagebilder.
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Bedrohungen für Cybervorfälle
Die Gefährdungen für ein Unternehmen sind vielfältig. Dennoch stellen die Gefahren aus dem Cyberspace eine außerordentliche Herausforderung, besonders für kleinere und mittlere Unternehmen dar. Im Internet sind „alle gleich“, da es gerade die globale Vernetzung erlaubt von jedem Ort des Planeten auf alle im Internet angebunden Organisationen zuzugreifen. So sind bei breitflächigen Angriffen, meist alle Organisationen gleich betroffen. In der Abwehr kommt es jedoch aufgrund der verschieden großen Inventionsmöglichkeiten der Unternehmen zu Unterschieden im Niveau der Cybersicherheit bzw. dem Grad der Absicherung gegen Cybergefahren.
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Maßnahmen gegen Cyberangriffe
IT-Sicherheitsstrategien sollten nicht nur als technische Notwendigkeit, sondern als grundlegender Bestandteil jeder Geschäftsstrategie betrachtet werden. Die digitale Bedrohungslandschaft verändert sich ständig, weshalb es wichtig ist, Sicherheitsmaßnahmen regelmäßig zu überprüfen und anzupassen.
Ein ganzheitlicher Ansatz zur IT-Sicherheit umfasst dabei nicht nur direkte Schutzmaßnahmen, wie die aktive Verteidigung sondern auch reaktive Maßnahmen und vor allem Prävention.
Dieser zyklische und ganzheitliche Ansatz hilft dabei, ein robustes Sicherheitsnetz aufzubauen, das Ihre Organisation langfristig schützt und die Sicherheit und Widerstandsfähigkeit Ihrer IT-Systeme und somit Ihrer Geschäftsprozesse aufrechterhält.
Prävention
Prävention umfasst alle Maßnahmen, die darauf abzielen, potenzielle Bedrohungen und Schwachstellen im Vorfeld zu erkennen und zu schließen. Dazu gehören
- die Sensibilisierung und
- Schulung von Mitarbeitern im sicheren Umgang mit Systemen und Daten,
- die Implementierung klarer Sicherheitsrichtlinien sowie
- technische Maßnahmen (Firewalls, Antivirus-Programm, etc.)
Ein weiterer wesentlicher Bestandteil der Prävention ist die regelmäßige Risikobewertung, um Schwachstellen frühzeitig zu identifizieren und gezielt zu adressieren.
Aktive Verteidigung
Aktive Verteidigung kommt ins Spiel, wenn trotz präventiver Maßnahmen eine Bedrohung auftritt.
Hierbei handelt es sich um dynamische Maßnahmen, die in Echtzeit durchgeführt werden, um Angriffe abzuwehren oder zumindest ihre Auswirkungen zu minimieren. Dazu zählen Monitoring- und Erkennungssysteme wie Intrusion-Detection-Systeme (IDS) oder Security-Information-and-Event-Management-Systeme (SIEM), die ungewöhnliche Aktivitäten oder Anomalien im eigenen Netz sofort erkennen können.
Automatisierte Mechanismen wie das Blockieren verdächtiger IP-Adressen und die Netzwerksegmentierung helfen, die Ausbreitung eines Angriffs einzuschränken.
Reaktive Gegenmaßnahmen
Reaktive Gegenmaßnahmen greifen, sollte es trotz aller Vorkehrungen zu einem Sicherheitsvorfall kommen.
Diese zielen darauf ab, den entstandenen Schaden zu begrenzen und (kritische) Systeme möglichst schnell wiederherzustellen. Dabei stellt ein strukturierter Incident Response Plan (WER WANN WAS WIE bei welcher Art Vorfall machen MUSS) sicher, dass Sicherheitsvorfälle effizient bearbeitet werden.
Während Wiederherstellungsmaßnahmen wie die Reparatur beschädigter Systeme und die Wiederherstellung verlorener Daten den normalen Betrieb wiederherstellen, helfen forensische Analysen im Nachgang eines Angriffs dabei, die genauen Ursachen des Vorfalls zu verstehen und so aus Fehlern zu lernen.
Anschließend können die Erkenntnisse aus dem Vorfall genutzt werden, um präventive Maßnahmen zu verbessern und so ähnliche Vorfälle in der Zukunft zu verhindern.






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Risikomanagement
Dieser Prozess dient der Identifikation, Bewertung, Steuerung und Überwachung von Risiken, um sie zu verhindern, zu minimieren oder kontrollierbar zu machen.
Dieser Prozess ist zyklisch aufgebaut, was bedeutet, dass er fortlaufend wiederholt wird. Damit wird sichergestellt, dass neue Risiken erkannt und bestehende Risiken kontinuierlich bewertet und gesteuert werden.
Digitale Resilienz stärken – Cyber Security für die Industrie von morgen –Digitale Resilienz stärken – Cyber Security für die Industrie von morgen –
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Lagebilder
Im Themenfeld Cybersicherheit haben sich bereits mehrere Lagebilder – jedoch mit unterschiedlichen Betrachtungshorizonten – etabliert. Diese umfassen sowohl allgemein verständliche Auswertungen für die Öffentlichkeit bzw. den einzelnen Bürgern als auch umfassendere und komplexere Aufstellungen für Fachleute aus dem Cybersicherheitsbereich. Lagebilder werden von verschiedenen Akteuren erstellt, darunter:



